Preisträger 2017

Am 6. Januar hat die Stiftung die diesjährigen Laureaten ihrer drei Medizinpreise bekannt gegeben. Der Ernst Jung-Preis für Medizin wird in diesem Jahr zweimal vergeben.

Der mit 300.000 Euro dotierte Ernst Jung-Preis für Medizin geht an Professor Dr. med. Tobias Moser (48) sowie an Professor Nenad Ban, PhD (50) und damit an zwei Forscher unterschiedlicher Fachrichtungen: Tobias Moser ist Institutsleiter und Professor am Institut für Auditorische Neurowissenschaften der Universitätsmedizin Göttingen und Leiter weiterer Arbeitsgruppen auf dem Gebiet. Der Neurowissenschaftler leistet Pionierarbeit zu den Mechanismen der Signalverarbeitung bei Hören und Schwerhörigkeit und entwickelt neue Therapieansätze. Nenad Ban arbeitet als Professor für Molekulare Strukturbiologie am Institut für Molekularbiologie und Biophysik im Departement Biologie der ETH Zürich (Swiss Federal Institute of Technology). Der Strukturbiologe beschrieb als erster Wissenschaftler den atomaren Aufbau der Ribosomen in eukaryotischen Zellen. Damit schaffte er einen wichtigen Schritt zum Verständnis der Proteinbiosynthese in gesunden Zellen und wie dieser fundamentale Prozess bei assoziierten Erkrankungen wie Krebs oder Stoffwechselstörungen verändert ist.

Mit der Ernst Jung-Medaille für Medizin in Gold zeichnet die Stiftung das wissenschaftliche Lebenswerk von Professor Pascale Cossart, PhD (68) aus. Die Französin leitet die Arbeitsgruppe „Bacteria-cell interactions“ (Inserm U604) am Pasteur-Institut in Paris und ist als „Secrétaire perpétuel“ an der französischen Wissenschaftsakademie Académie des Sciences de l’Institut de France tätig. Sie gilt als Mitbegründerin eines Fachs, dem sie die Bezeichnung „Zelluläre Mikrobiologie“ gab. Sie enthüllte zahlreiche grundlegende Mechanismen und Konzepte, die bei der Interaktion zwischen krankheitserregenden Bakterien und deren menschlichen Wirtszellen eine Rolle spielen. Ihre Ergebnisse haben den Weg zu neuen Therapiemöglichkeiten für Infektionskrankheiten geebnet.

Den Ernst Jung-Karriere-Förderpreis für medizinische Forschung in Höhe von insgesamt 210.000 Euro erhält Dr. med. Lena Seifert (33), Assistenzärztin und wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Klinik für Viszeral-, Thorax- und Gefäßchirurgie am Universitätsklinikum Carl Gustav Carus an der Technischen Universität Dresden. Die Nachwuchsmedizinerin arbeitet an vielversprechenden neuen immuntherapeutischen Ansätzen, die die Prognose bei Bauchspeicheldrüsenkrebs langfristig verbessern sollen.

NEWS-TICKER

Preisverleihung 2017

Die Laureaten nehmen ihre Auszeichnungen am 19. Mai 2017 bei der Preisverleihung der Jung-Stiftung in Hamburg entgegen. Moderiert wird die Veranstaltung von TV-Moderatorin und Medizinjournalistin Vera Cordes.